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Blick von der Reling

Sicherheitsmaßnahmen der Kreuzfahrt-Reedereien: Das Coronavirus

Der Ausbruch des Coronavirus bereitet insbesondere in Asien ein Problem für Kreuzfahrtreedereien. Einige Routen wurden geändert und Schiffe bereits wegen Verdachtsfällen unter Quarantäne gestellt. Wir verraten euch im Folgenden, welche Sicherheitsvorkehrungen die verschiedenen Reedereien getroffen haben und ob Gäste eine Erstattung bekommen, wenn das Ziel im Rahmen einer Route nicht angesteuert werden kann.

Empfehlung des Kreuzfahrtverbandes CLIA

Der internationale Kreuzfahrtverband CLIA hat am 07. Februar 2020 als Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus Covid-19 beschlossen, dass die CLIA-Mitgliedsreedereien ab sofort keine Passagiere oder Besatzungsmitglieder an Bord nehmen dürfen, die in den zwei Wochen vor Reiseantritt auf chinesischem Festland waren.

Auch allen Personen, die innerhalb der 14 Tage vor Kreuzfahrtantritt über Flughäfen in China, einschließlich Hongkong, Taiwan und Macau, gereist sind oder Kontakt zu Personen hatten, bei denen ein Verdacht auf Coronavirus besteht, beziehungsweise bei denen Coronavirus diagnostiziert wurde, wird die Beförderung mit einem Kreuzfahrtschiff verweigert.

Darüber hinaus müssen die CLIA-Mitgliedsreedereien in erforderlichem Umfang Gesundheitschecks vor der Einschiffung durchführen. Nur so können die vorbeugenden Maßnahmen umgesetzt werden. Erweiterte Untersuchungen und erste medizinische Unterstützung erfolgen im Bedarfsfall, wenn die Personen die Symptome oder den Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung aufweisen.

In Absprache mit Gesundheitsbehörden und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssen je nach akuter Sicherheitslage Routen geändert, umgeleitet oder gänzlich gestrichen werden.

Maßnahmen von AIDA Cruises

Auch wenn es bisher noch keinen Verdacht oder bestätigten Fall von Coronavirus an Bord eines AIDA Schiffes gab, ergreift die Reederei besondere Sicherheitsmaßnahmen und beendet vorzeitig die Asien-Saison von AIDAbella und AIDAvita.

Die neuen Reisen mit AIDAbella könnt ihr hier nachlesen.

AIDAvita wird vor dem Start der Frühjahrssaison die Zeit nutzen, um ihre regelmäßige Werftzeit in Dubai durchzuführen. Danach startet das Schiff wie geplant am 14. April 2020 von Dubai auf eine 19-tägige Überführungsfahrt nach Palma de Mallorca. Wegen der Werftzeit und der einhergehenden Planung werden keine neuen Reisen mit AIDAvita ins Programm aufgenommen.

Die betroffenen Kunden der abgesagten Asien-Kreuzfahrten bekommen ihren Reisepreis von AIDA Cruises zurückerstattet. Außerdem erhalten sie bei einer Neubuchung bis zum 31. März 2020 100 Euro Bordguthaben pro Vollzahler, maximal 200 Euro pro Kabine.

Weitere allgemeine Informationen über AIDA Reisen

Als CLIA-Mitgliedsreederei untersagt AIDA Personen, die in den vergangenen 14 Tagen China, Hongkong, Macau oder Taiwan bereist haben, oder im Transit über einen dortigen Flughafen in ein anderes Land gereist sind, den Antritt einer Kreuzfahrt. Diese Regelung betrifft auch alle, die in den zwei Wochen vor Reisebeginn Kontakt zu Menschen hatten, bei denen das Coronavirus vermutet beziehungsweise bestätigt wurde. Auch wenn Symptome wie Fieber, Atembeschwerden, Schüttelfrost oder Husten auftreten, ist keine Mitreise möglich.

Die Regierung der Bahamas hat zudem allen Reedereien mitgeteilt, dass Gäste, die in den letzten 20 Tagen vor ihrer Ankunft auf den Bahamas in China waren, nicht in einem Hafen der Bahamas an Land gehen dürfen.

Alle Gäste und Crewmitglieder ab 18 Jahren sind ab sofort verpflichtet, vor der Einschiffung eine Gesundheitserklärung für Reisende zu unterzeichnen. Des Weiteren unterliegt die gesamte AIDA Flotte strengsten Hygienestandards.

Was passiert, wenn ein Gast oder Crewmitglied an Bord der AIDA Flotte Symptome meldet?

Die Rostocker Reederei hat verschärfte Vorkehrungen getroffen, um sowohl passive als auch aktive Kontrollen von Passagieren und Crewmitgliedern vor der Einschiffung durchzuführen. Sollte dennoch ein Verdachtsfall an Bord auftreten, wird die betroffene Person umgehend von allen anderen Gästen isoliert. Der Fall wird umgehend den zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet und deren Anweisungen strikt befolgt.

Maßnahmen von TUI Cruises

TUI Cruises gibt ebenfalls an, die aktuelle Ausbreitung des Coronavirus aufmerksam zu beobachten und den Empfehlungen des Kreuzfahrtverbandes CLIA zu folgen. Deshalb ist es auch bei einer Mein Schiff Reise aktuell nicht möglich, Gästen die Fahrt zu ermöglichen, die in den letzten zwei Wochen in China, im Iran, in Südkorea oder in Venetien und der Lombardei waren oder im Rahmen anderer Reisen Flughäfen in den eben genannten Regionen als Transit genutzt haben. Ebenfalls kann aktuell keine Mitreise für Gäste und Besatzungsmitglieder ermöglicht werden, die in den vergangenen 30 Tagen vor Reisebeginn Kontakt zu Personen hatten, die sich kürzlich in China, im Iran, in Südkorea oder in Venetien und in der Lombardei aufgehalten haben.

Entsprechend der Standards hat TUI Cruises präventiv zusätzliche Hygienemaßnahmen an Bord eingeführt. So werden Gäste und Besatzungsmitglieder gebeten, sich regelmäßig die Hände zu waschen und die bereitgestellten Händedesinfektionsständer zu nutzen. Des Weiteren werden Gäste an Bord der Mein Schiff 6 auf Nachfrage mit Mundschutz versorgt. Bei den ersten Anzeichen einer Infektion wird der Besuch eines Bordarztes empfohlen. Außerdem werden Gäste gebeten, beim Check-in im Hafenterminal einen Fragebogen zum aktuellen Gesundheitszustand und Reiseverhalten der letzten 14 Tage auszufüllen.

Die letzte Asienreise der Wintersaison 2019/2020 der Mein Schiff 6 „Singapur bis Dubai“ ab dem 18. März findet weiterhin wie geplant statt. Die Reederei schreibt in Bezug auf alle weiteren Reisen: „Sollte es kurzfristige Fahrplanänderungen geben, werden wir unsere Gäste und Vertriebspartner so schnell wie möglich darüber informieren.“

Dürfen Gäste bei TUI Cruises kostenfrei umbuchen oder stornieren?

TUI Cruises hat großes Verständnis dafür, dass sich Menschen, die eine Kreuzfahrt gebucht haben, intensiv mit der aktuellen Situation beschäftigen. Aus diesem Grund heißt es: „Bitte seien Sie versichert: Die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste und Besatzungsmitglieder steht für uns an erster Stelle. Die aktuelle Entwicklung beobachten wir daher auch weiterhin sehr aufmerksam. Basis für Stornierungen oder Umbuchungen sind unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen. Grundsätzlich berücksichtigen wir selbstverständlich die offiziellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Aktuell warnt das Auswärtige Amt vor Covid-19 jedoch ausschließlich in China.“

Gut zu wissen: Solltet ihr eine Mein Schiff Reise im Wohlfühlpreis oder PRO-Tarif gebucht haben, ist die einmalige Umbuchung eures Reisetermins oder Schiffs bis 50 Tage vor Reisebeginn unter Beibehaltung des Gesamtzuschnitts gebührenfrei möglich.

Maßnahmen von MSC Cruises

Obwohl es auch bei MSC Cruises bisher noch keinen Fall des Coronavirus gab und aktuell gibt, wurden die Vorsichtsmaßnahmen für alle Kreuzfahrt-Gäste und Crewmitglieder verschärft. Die Gesundheit und Sicherheit aller Menschen hat bei der Reederei oberste Priorität. Aus diesem Grund gibt es die folgenden Regelungen zu beachten, wenn ihr demnächst eine MSC Kreuzfahrt antretet:

  • Umfassende Untersuchungen vor der Einschiffung werden durchgeführt, um Personen auszuschließen, die möglicherweise infiziert sein könnten. Reisende mit Anzeichen oder Symptomen von Krankheiten wie Fieber (>/= 38°C), Schüttelfrost, Husten oder Atembeschwerden dürfen nicht an Bord gehen. Auch den Reisebegleitern der betroffenen Personen wird der Zugang zum Schiff verwehrt.
  • Bei der Ein- und Ausschiffung in den jeweiligen Häfen werden Gäste und Besatzung regelmäßig mit Wärmekameras auf Fiebersymptome untersucht. Darüber hinaus gibt es an Bord der MSC Flotte zahlreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Öffentliche Bereiche, die besonders oft genutzt werden, wie zum Beispiel Fahrstuhlknöpfe, Türgriffe und Rezeptionstische, werden stetig geputzt. Darüber hinaus werden die Passagiere regelmäßig daran erinnert, dass Sie sich gründlich die Hände waschen und alkoholische Handdesinfektionsmittel verwenden sollen.
  • Personen, die in den letzten 14 Tagen nach, von oder durch das chinesische Festland, Hongkong oder Macau gereist sind (oder einen Transit über Flughäfen in den Regionen genutzt haben), dürfen nicht an Bord eines MSC Kreuzfahrtschiffes gehen. Selbige Regelung gilt für Begleitpersonen des Betroffenen.
  • Auch Personen, die in einer der folgenden Städte im zentralen Norditalien leben beziehungsweise in den vergangenen zwei Wochen von oder durch eine dieser gereist sind oder diese Städte besucht haben, wird die Einschiffung verweigert: Casalpusterlengo, Codogno, Castiglione D'Adda, Fombio, Maleo, Somaglia, Bertonico, Terranova dei Passerini, Castelgerundo, San Fiorano und Vò.
  • Kreuzfahrt-Urlauber, die in den letzten 14 Tagen vor der Einschiffung engen Kontakt zu Personen hatten, bei denen das Coronavirus vermutet oder diagnostiziert wurde, dürfen ebenfalls nicht an Bord eines MSC Schiffes.
  • Passagiere mit einem chinesischen Pass, die in den letzten 30 Tagen nicht auf chinesischem Festland, Hongkong oder Macau waren und einen guten Gesundheitszustand haben, können mit MSC reisen.

Maßnahmen von Costa Crociere

Auch Costa Crociere hat beschlossen, die Vorsichtmaßnahmen für seine Flotte weiter zu verstärken. Damit soll die maximale Sicherheit für Gäste und Besatzung gewährleistet werden. So müssen Reisende, die eine Costa Kreuzfahrt gebucht haben, die folgenden Hinweise beachten:

  • Personen jeglicher Nationalität, die in den 14 Tagen vor dem Einschiffen vom, zum oder durch das chinesische Festland, nach Hongkong oder Macau gereist sind, wird die Einschiffung verwehrt. Die gleiche Regelung betrifft all diejenigen, die mit einem vermuteten oder bestätigten Fall von Coronavirus in Kontakt gekommen sind.
  • Seit dem 22. Februar 2020 wird die Einschiffung auch Menschen aus Italien verweigert, die vor allem aus den folgenden Städten stammen: Casalpusterlengo (Lodi), Codogno (Lodi), Castiglione D'Adda (Lodi), Fombio (Lodi), Maleo (Lodi), Somaglia (Lodi), Bertonico (Lodi), Terranova dei Passerini (Lodi), Castelgerundo (Lodi), San Fiorano (Lodi) in der Lombardei, Vò Euganeo (Padua) in der Region Venetien und sonstigen Städten, die zukünftig in die vom italienischen Gesundheitsministerium veröffentlichte Liste aufgenommen werden.
  • Darüber hinaus wird kein Costa Ausflug Besuche in Stätten der Regionen Piemont, Lombardei und Venetien beinhalten.
  • Alle Personen, die an Bord eines Costa Schiffes gehen, müssen einen speziellen medizinischen Fragebogen ausfüllen. Zudem werden alle Passagiere und Besatzungsmitglieder auf Fieber geprüft. Wer eine Körpertemperatur über 37,8 °C hat, erhält keinen Zugang zum Schiff.
  • An Bord der Kreuzfahrtschiffe steht in den medizinischen Einrichtungen 24 Stunden ein engagiertes Personal zur Verfügung, das von Fachleuten und spezialisierten externen medizinischen Einrichtungen geschult wurde.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Kreuzfahrten mit den vier Costa Schiffe, die seit dem 25. Januar 2020 in China im Einsatz sind, bis Mitte März aus Sicherheitsgründen storniert werden. Gäste, die von Stornierungen betroffen sind, erhalten eine Rückerstattung oder können ihre Buchung an einen anderen Abfahrtsort verlegen. Diese Seereisen werden in China ausschließlich für den chinesischen Markt verkauft.

Kundenrechte bei Absage einer Kreuzfahrt

Kunden, deren Kreuzfahrt aktuell wegen des Coronavirus abgesagt wird, haben den Anspruch auf die vollständige Erstattung des Reisepreises. Dem Rechtsanwalt Kay Rodegra, Herausgeber der „Würzburger Tabelle zum Reiserecht bei Kreuzfahrten“, zufolge, muss der gesamte Reisepreis innerhalb von zwei Wochen zurückbezahlt werden. Sollte die Reederei eine Ersatzreise anbieten, so muss der Kunde diese nicht annehmen.

Ob einem Kunden bei einer Reiseabsage ein zusätzlicher Anspruch auf Schadensersatz „wegen unnützer Aufwendung oder entgangener Urlaubsfreude“ zusteht, ist dem Experten unklar. „Hier wird es Diskussionen geben und auch Gerichte werden hierüber wohl urteilen müssen“, kommentiert Rodegra. Ein extra Schadensersatz hängt davon ab, ob der Reiseveranstalter mit verschuldet an der Situation ist. „Wenn sich der Reiseveranstalter auf unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände – früher höhere Gewalt – berufen kann, kann er sich entlasten und der Kunde kann keinen Schadensersatz fordern. Ob das Coronavirus in Bezug auf Kreuzfahrten in Asien einen Entlastungsgrund darstellt, muss geklärt werden.“

Ausführliche Informationen zum Thema „Reiserecht bei Kreuzfahrten“ könnt ihr der Würzburger Tabelle von Rodegra entnehmen. Diese könnt ihr als PDF herunterladen. Hier erfahrt ihr unter anderem, welche Rechte euch als Kreuzfahrt-Reisenden zustehen, wenn zum Beispiel die Route geändert werden muss oder wenn ein Zielhafen nicht angefahren werden kann.

Zusammengefasst

Wie ihr seht, hat die Sicherheit der Gäste und Besatzung bei den CLIA-Mitgliedsreedereien höchste Priorität. Dementsprechend müssen aufgrund des Coronavirus Covid-19 aktuell einige Regelungen beachtet werden, wie zum Beispiel, dass seit dem 07. Februar 2020 keine Passagiere oder Crewmitglieder an Bord der Kreuzfahrtschiffe gehen dürfen, die in den zwei Wochen vor Reiseantritt auf chinesischem Festland, einschließlich Hongkong, Taiwan und Macau, waren oder dort auch einen Transit genutzt haben.

Niemand weiß, wie sich die Lage mit dem Coronavirus entwickelt. Allerdings haben sowohl die CLIA-Mitgliedsreedereien als auch wir die Lage permanent im Blick und halten euch an dieser Stelle auf dem Laufenden.

Weitere hilfreiche Tipps & Tricks zum Thema Seereisen erhalten Sie von unseren Kreuzfahrt-Experten auf unserem EURESAreisen YouTube-Kanal.

Titelbild: © ankiro - stock.adobe.com