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Tower Bridge in London

Brexit-Auswirkungen für Kreuzfahrtreisende

Reisende, die eine Kreuzfahrt nach England, Schottland, Wales oder Nordirland gebucht haben oder planen, fragen sich eventuell, ob der 2016 entschiedene „Brexit“, also der Austritt dieser Länder aus der Europäischen Union, Auswirkungen auf ihre Reiseplanungen haben wird. Was sich vielleicht ändern wird und was ihr in Zukunft beachten müsst, verraten wir euch im Folgenden.

„Harter Brexit“ oder Übergangsfrist - Das ist zu beachten

Der Austritt Großbritanniens und Nordirlands aus der Europäischen Union wird im Falle eines „harten“ Brexits spätestens am 12. April 2019 stattfinden, im Moment ist jedoch noch unklar, wie sich das Britische Unterhaus, das Theresa May inzwischen die Kontrolle über den Brexit entzogen hat, entscheiden wird. Für den Fall, dass es noch zu einem Austrittsabkommen und damit zu einer Übergangsfrist kommen sollte, werden sich voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2020 keine Änderungen für Reisende ergeben. Hier ein paar Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Dokumente sind in Zukunft für meine Reise nötig?

Für die vereinbarte Übergangszeit, aber auch im Falle eines harten Brexits hat die britische Regierung laut dem Auswärtigen Amt versichert, dass für EU-Bürger der Personalausweis noch bis zum 31. Dezember 2020 für Reisen in die betroffenen Länder ausreichend ist. Dies bedeutet aber auch, dass ab dem 1. Januar 2021 neben dem Personalausweis auch noch ein Reisepass erforderlich werden könnte. Auch ein vorläufiger Reisepass berechtigt zur Einreise, jedoch vorerst nur bis zum 31. Dezember 2020. Jedoch solltet ihr keine Ausweisdokumente nutzen, die einmal als verloren oder gestohlen gemeldet wurden. Eine Visumspflicht ist für kurzfristige Aufenthalte von bis zu drei Monaten derzeit nicht beabsichtigt. Ebenso ist denkbar, dass künftig Reisende aus der EU vor der Einreise sogenannte Landing Cards ausfüllen müssen, ebenso wie es bei außereuropäischen Ländern ist.

Brauche ich eine Auslandskrankenversicherung?

Bisher werden gesetzlich versicherte EU-Bürger auch im europäischen Ausland mit ihrer Versichertenkarte behandelt, so auch in allen Praxen in Großbritannien, die dem National Health Service angehören. Im Falle eines harten Brexits würde sich das von heute auf morgen ändern. So oder so empfiehlt das Auswärtige Amt in jedem Fall, zur Sicherheit eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Privatversicherte müssen dies ohnehin schon tun.

Werden meine Handy-Telefonate während meiner Großbritannien-Reise teurer?

Im Moment können Reisende in allen EU-Ländern die Vorzüge des kostenlosen Roamings genießen. Doch da die Abschaffung der Roaming-Gebühren nur für EU-Mitglieder bindend ist, könnte das Telefonieren mit dem Handy in Großbritannien und Nordirland bald deutlich teurer werden. Da die EU-Tarife jedoch auch heute schon Länder umfassen, die nicht Mitglied der Europäischen Union sind, muss es nicht zwingend zu einer Preiserhöhung kommen. Zumindest für die Übergangszeit sind die Regelungen zum Roaming aber noch gegeben.

Wird mein Urlaub in Großbritannien nun generell teurer?

Nein, damit ist vorerst nicht zu rechnen. Im Moment ist sogar genau das Gegenteil der Fall: Denn auf Grund des Brexits hat das britische Pfund gerade an Wert verloren. Zur Veranschaulichung: Der Wechselkurs für einen Euro beträgt gerade 0,86 britische Pfund (Stand: 26.03.19). Der Urlaub im Vereinigten Königreich wird aktuell also sogar billiger.

Was darf ich nach dem Brexit noch von meiner Shoppingtour mit nach Deutschland nehmen?

Das schwache Pfund lädt zwar gerade zum Shoppen ein, jedoch solltet ihr aufpassen: Im Falle eines harten Brexits dürft ihr nicht mehr unbegrenzt Waren von Großbritannien nach Deutschland überführen. Laut Stiftung Warentest dürfen Schiffsreisende (oder Fluggäste), die nach Deutschland zurückkommen, Waren im Wert von 430 Euro ohne Angaben einführen. Bei einer Überschreitung dieses Betrags müssen die Waren angemeldet werden, wobei bis zu einem Wert von 700 Euro pauschal 17,5 Prozent Gebühren anfallen.

Komme ich jetzt noch mit dem Flugzeug zu meinem britischen Abfahrtshafen?

Auch Reisende, die zunächst mit dem Flugzeug zu ihrem Abfahrtshafen gelangen müssen, können zunächst aufatmen. Die Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich darauf geeinigt, dass die Sicherheitszertifikate für Luftfahrtgeräte, die an Gesellschaften in Großbritannien ausgestellt wurden, auch nach einem ungeregelten Austritt noch für weitere neun Monate gelten. Dies biete genug Zeit, unter Berücksichtigung des neuen Status Großbritanniens als Drittstaat, die Bescheinigungen bei der europäischen Luftfahrtbehörde EASA zu erneuern. Durch diese Notfallmaßnahmen werden Flugausfälle und weitere Komplikationen vorerst vermieden.

Was kann sich sonst noch ändern?

Beachtet zudem, dass zukünftig für das Bezahlen mit der Karte in Geschäften, im Hotel oder in Restaurants möglicherweise wieder Gebühren anfallen könnten, denn auch diese wurden nur innerhalb der EU abgeschafft (ebenso, wie es beim Roaming der Fall ist).

Informiert euch in jedem Fall vor eurer Reise beim Auswärtigen Amt über die aktuellen Einreisebedingungen, da im Moment noch keine festen Regelungen im Umgang mit dem Brexit vorliegen. Übrigens: Nur Nord-Irland gehört zum Vereinigten Königreich, deshalb sind die von den Schiffen angesteuerten Häfen in Irland nicht vom Brexit betroffen.

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